| Beatrice Hamberger | Diplom-Kommunikationswirtin | Redaktionsbüro für Medizinkommunikation | ||
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| Reportage Pflegeseminar FORUM - Das offizielle Magazin der
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Berliner Krebsgesellschaft e.V. Ansprechpartner in schwierigen ZeitenWie gehe ich mit der Angst meiner Patienten um und hat Krebs vielleicht sogar einen Sinn? Der Umgang mit solch existenziellen Fragen gehört zum Alltag einer Pflegekraft in der Onkologie. Deshalb hatte die Berliner Krebsgesellschaft in ihrem Pflegeseminar auch Themen aufgenommen, die weit über das medizinische Fachwissen hinausgehen. „Aktuelle onkologische Konzepte bei der Behandlung von Brustkrebs“ – das war der Schwerpunkt des 19. Seminars für die Pflegeberufe in der Onkologie, das die Berliner Krebsgesellschaft am 15. September 2010 veranstaltet hatte. Die Leitung und Moderation hatten Prof. Dr. Blohmer, Leiter der Brustzentrums City am Sankt Gertrauden-Krankenhauses in Berlin, und seine Mitarbeiterin Esther Wiedemann übernommen. Im ersten Teil des Programms konnten die überwiegend weiblichen Pflegekräfte ihr medizinisches Fachwissen auf den neuesten Stand bringen: Bildgebende Diagnostik, brustherhaltende OP-Methoden, Systemtherapien und ihre Nebenwirkungen, zielgerichtete Therapien bei positivem Her2 neu Status, intraoperative Strahlentherapie bei Brustkrebs – all das stand auf der Tagesordnung. Die Breast Care Nurse: Ratgeberin mit Seelsorgerfunktion Im zweiten Teil des Fortbildungstages wurde dann das neue Berufsbild „Breast Care Nurse“ (Brustkrankenschwester) vorgestellt. Esther Wiedemann vom Brustzentrum City am Sankt Gertrauden-Krankenhaus berichtete engagiert aus ihrem Berufsalltag. „Die Breast Care Nurse begleitet Frauen mit Brustkrebs durch alle Phasen der Erkrankung. Sie ist Ratgeberin, Vertraute, Zuhörerin, Terminkoordinatorin und Kontaktvermittlerin“, beschrieb Esther Wiedemann die Aufgaben einer Breast Care Nurse. Eine einheitliche Stellenbeschreibung gebe es aber nicht: „Die Aufgabenbereiche hängen sehr stark vom jeweiligen Arbeitgeber ab.“ Am Brustzentrum City nimmt Esther Wiedemann regelmäßig an den interdisziplinären Tumorkonferenzen teil. Schließlich muss sie Bescheid wissen über die Diagnose und die geplanten Therapiemaßnahmen, um die Frauen kompetent beraten und durch die Therapielandschaft lotsen zu können. Einfühlsam müsse man dabei sein und die individuellen Bedürfnisse der Frauen erkennen, sagte Wiedemann: „Wir haben auch eine Seelsorgerfunktion, die bis hin zur Lösung familiärer Konflikte geht.“ Was Esther Wiedemann in ihrem Vortrag schon angedeutet hatte, griff die Psychoonkologin des Sankt Gertrauden Krankenhauses, Anja Neise, in ihrem Vortrag auf: Den Umgang mit der Angst. Onkologische Pflegekräfte sind täglich mit der Angst ihrer Patienten konfrontiert. Doch wie gut sind sie tatsächlich darauf vorbereitet? „Wenn Ihre Angst ein Hund wäre, wie sähe dieser Hund aus?“ Anja Neise stellte klar, dass überflutende Gefühle der Patientinnen
auch das Pflegepersonal stark belasten. Doch im medizinischen System seien
Angst und Unsicherheit in besonderem Maße unerwünscht und dürften
nicht gezeigt werden. Deshalb betonte Anja Neise: „Es ist normal,
sich in bestimmten Situationen hilflos zu fühlen. Das Aushalten dieser
Gefühle ist Teil unserer Arbeit und sollte bei sich und anderen wertgeschätzt
werden.“ Grenzerfahrungen mit der Krankheit: Auf der Suche nach dem Sinn Krebs wirft viel bedrohlichere Assoziationen auf als andere schwere Erkrankungen und wird fast immer als existenzielle Bedrohung erlebt, darauf wies der Theologe Klaus Harzmann-Henneberg hin. „Krebs zerstört Sinnzusammenhänge, deshalb ist die Krankheit immer auch mit der Suche nach ihrem Sinn verbunden.“ Als Krankenhauspfarrer des Sankt Gertrauden Krankenhauses begleitet er auch nicht religiöse Patienten bei der Auseinandersetzung mit der Krankheit. Gemeinsam mit seinen Patienten versucht er Antworten auf die Fragen nach der Mitschuld, nach einer höheren Bestimmung, nach dem Sinn der Krankheit zu finden. Einige Patienten mögen durch die Krankheit das Leben wieder finden, die kleinen Dinge wieder sehen, die sie als Gesunde übersehen hatten. Aber steckt tatsächlich auch ein Sinn dahinter? „Krankheit hat grundsätzlich keinen Sinn“, sagte der Krankenhausseelsorger. „Sie ist auch keine Strafe, sie ist ein Zusammenspiel unglücklicher Zufälle.“ Doch verstehe man „Sinn“ wie in seiner ursprünglichen Bedeutung als „Wahrnehmung“ und „Reise“, so sei die Krankheit immer auch eine Reise auf der Suche nach sich selbst. Das Seminar der Berliner Krebsgesellschaft machte deutlich, dass Medizin auch vor existenziellen Grenzerfahrungen nicht Halt macht. Ganz sicher konnten die onkologischen Pflegkräfte eine Menge mit auf den Weg nehmen, um ihren Patientinnen ein kompetenter Ansprechpartner in schwierigen Zeiten sein zu können. Kontakt Beatrice Hamberger Pressestelle - Berliner Krebsgesellschaft E-Mail:hamberger(at)schreibe-texte.de | Kontakt | Impressum | Start |
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